Erdtank verfüllen oder ausgraben?

Der unterirdische Öltank ist der Sonderfall mit den strengsten Regeln: fachbetriebspflichtig unabhängig vom Volumen, und bei der Stilllegung prüft immer ein Sachverständiger. Hier steht, welche zwei Wege es gibt, was sie kosten — und warum die beliebte Heimwerker-Abkürzung teuer enden kann.

Die Rechtslage beim Erdtank — kompakt

  • Immer Fachbetriebssache: Jeder unterirdische Tank (Erdtank) ist unabhängig vom Volumen fachbetriebspflichtig (§ 45 Abs. 1 Nr. 1 AwSV — „unterirdische Anlagen“ ohne Volumenschwelle).
  • Sachverständigen-Pflicht: Einen unterirdischen Tank muss bei der Stilllegung immer ein Sachverständiger prüfen, egal wie groß er ist: AwSV Anlage 5 und Anlage 6 sehen für unterirdische Anlagen die Prüfung „bei Stilllegung einer Anlage“ in allen Gefährdungsstufen A bis D vor. Den Prüfbericht legt der Sachverständige innerhalb von vier Wochen der zuständigen Behörde vor (§ 47 Abs. 3 AwSV).
  • Bei Überbauung: Liegt der Tank unter einer künftigen Zufahrt oder Baufläche, kommt meist nur fachgerechtes Verfüllen oder der komplette Ausbau in Frage — das klärt der Fachbetrieb mit dem Sachverständigen.
  • Konsequenzen: Wer eine fachbetriebspflichtige Anlage ohne zertifizierten Fachbetrieb errichtet, reinigt, instand setzt oder stilllegt, handelt ordnungswidrig (§ 65 Nr. 25 AwSV in Verbindung mit § 103 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a WHG). Dasselbe gilt, wenn eine prüfpflichtige Anlage nicht oder nicht rechtzeitig geprüft wird (§ 65 Nr. 26 AwSV). Der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 € (§ 103 Abs. 2 WHG).
Illustration: Schnitt durch einen Garten mit Erdtank, links wird der Tank im Boden über den Domschacht verfüllt, rechts hebt ein Bagger ihn aus der Grube

Weg 1: Erdtank verfüllen oder im Boden sichern

Darf ein gereinigter Erdtank im Boden bleiben, oder muss er verfüllt bzw. ausgebaut werden? Darauf antworten die Behörden unterschiedlich. Das Landratsamt München hält Ausbau oder Verfüllung aus Gewässerschutzgründen „in der Regel“ nicht für erforderlich, aber „z. B. aus Gründen der Standsicherheit“ für geboten. Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald fordert bei Erdtanks, deren Standsicherheit auf Dauer nicht gewährleistet ist, die Verfüllung mit einem festen Füllstoff (z. B. Sand, Schaumbeton); vor Verfüllung oder Ausbau muss ein Sachverständiger die Anlage prüfen. Ein Anbieter nennt für einen 3.000-Liter-Erdtank 1.295 € inklusive Verfüllung, ohne Verfüllung 530 € (oeltank24.com, abgerufen am 28.10.2026); ob die Sachverständigenprüfung enthalten ist, sagt der Anbieter nicht; IS-Tankschutz berechnet sie separat mit 200 bis 500 €.

Weg 2: Ausgraben (wenn die Fläche gebraucht wird)

Soll über dem Tank gebaut, gepflastert oder gepflanzt werden — oder verlangt ein Hauskäufer die vollständige Beseitigung — wird der Tank freigelegt, gereinigt, gehoben und entsorgt. Dafür sind Bagger, je nach Lage ein Kran und mehrere Arbeitstage einzuplanen. Eine belastbare Preisangabe für den Ausbau haben wir nicht gefunden; der Preis hängt von Größe, Tiefe und Zugänglichkeit des Grundstücks ab.

Was Ihr Erdtank kostet, kann nur ein Fachbetrieb nach der Bestandsaufnahme sagen. Sie können ihn kostenlos anfragen.

Hauskauf-Tipp: Taucht beim Grundstückskauf ein unbekannter oder „irgendwann mal stillgelegter“ Erdtank auf, verlangen Sie die Bescheinigung des Fachbetriebs und den Prüfbericht des Sachverständigen über die Stilllegung. Fehlen sie, lässt sich nicht belegen, dass der Tank ordnungsgemäß stillgelegt wurde. Ein Fachbetrieb klärt den Zustand mit einer Bestandsaufnahme.

Einen Fachbetrieb für diese Bestandsaufnahme können Sie kostenlos anfragen.

Häufige Fragen zum Erdtank

Ist ein alter Öltank im Garten gefährlich?
Ein intakter, ordnungsgemäß stillgelegter Erdtank ist kein akutes Risiko. Problematisch sind vergessene oder nie stillgelegte Tanks: Korrosion kann zu Ölaustritt ins Erdreich führen, und solange der Tank nicht stillgelegt ist, gelten für ihn als unterirdische Anlage die wiederkehrenden Sachverständigenprüfungen (§ 46 AwSV mit Anlage 5 und 6). Ein Fachbetrieb verschafft mit einer Bestandsaufnahme Klarheit.
Darf ich den Erdtank selbst mit Sand verfüllen?
Nein. Einen Erdtank darf nur ein Fachbetrieb stilllegen (§ 45 Abs. 1 Nr. 1 AwSV), und ein Sachverständiger muss die Stilllegung prüfen (AwSV Anlage 5 und 6). Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verlangt diese Prüfung ausdrücklich vor der Verfüllung oder dem Ausbau. Wer selbst stilllegt, handelt ordnungswidrig (§ 65 Nr. 25 AwSV); der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 € (§ 103 Abs. 2 WHG).
Kann der alte Erdtank als Zisterne genutzt werden?
Die Idee taucht in Foren regelmäßig auf. Technisch ist eine Umnutzung nach professioneller Reinigung in manchen Fällen möglich — sie ist aber ein Einzelfall, der von Tankzustand, Material und wasserrechtlicher Bewertung abhängt. Lassen Sie das vom Fachbetrieb und ggf. der Unteren Wasserbehörde beurteilen, bevor Sie planen.
Was kostet die Erdtank-Stilllegung?
Ein Anbieter nennt für einen 3.000-Liter-Erdtank 1.295 € inklusive Verfüllung, ohne Verfüllung 530 € (oeltank24.com). Ob die Sachverständigenprüfung enthalten ist, sagt der Anbieter nicht; IS-Tankschutz berechnet sie separat mit 200 bis 500 € (Stand Juli 2026). Vorgeschrieben ist die Prüfung bei jedem Erdtank (AwSV Anlage 5 und 6). Für den kompletten Ausbau mit Erdarbeiten haben wir keine belastbare Preisangabe gefunden. Keine Festpreise.

Unverbindliche Anfrage — Fachbetrieb für Ihren Tank

Schildern Sie kurz Ihr Anliegen (Öltank stilllegen oder entsorgen). Wir suchen für Ihre Anfrage einen passenden, nach § 62 AwSV zertifizierten Fachbetrieb in Ihrer Region und melden uns, sobald wir einen gefunden haben — kostenlos und unverbindlich. Eine Vermittlung können wir nicht garantieren; Sie entscheiden anschließend frei über jedes Angebot.

Für schnelle und reibungslose Vermittlung bitten unsere Partnerbetriebe um beides.

Weitere Angaben, falls schon bekanntStandort, Material, Volumen, Restöl, Heizung · alles freiwillig

„Weiß nicht“ ist eine gute Antwort. Bitte öffnen Sie den Tank dafür nicht: Was Sie aus Unterlagen, vom Typenschild oder aus der letzten Heizöl-Rechnung wissen, reicht.

Ist in Ihrer Region ein passender Betrieb verfügbar, geht Ihre Anfrage an genau diesen einen Betrieb. Ist keiner verfügbar, sagen wir es Ihnen gleich auf der nächsten Seite, speichern Ihre Anfrage und löschen Ihre Kontaktdaten nach 14 Tagen, wenn sich bis dahin kein Betrieb findet. Per E-Mail bekommen Sie eine Bestätigung mit Ihrer Anfragenummer.