Öltank stilllegen: Was vorgeschrieben ist und wie es abläuft

Wer die Ölheizung abschaltet, muss den Tank in der Regel nicht ausbauen, aber ordnungsgemäß stilllegen. Hier steht, wann dafür ein Fachbetrieb und wann ein Sachverständiger nötig ist, was hinter der „Stilllegungsbescheinigung“ steckt und ob Sie den Tank bei der Behörde abmelden müssen. Zu jeder Aussage nennen wir die Gesetzesstelle oder die Behörde, von der sie stammt.

Grafik: Weggabelung zwischen einem stillgelegten Tank, der mit Bescheinigung im Keller bleibt, und einem Tank, der auf einem Transporter abtransportiert wird

Was „Stilllegen“ heißt, sagt § 2 Abs. 30 AwSV: „die dauerhafte Außerbetriebnahme einer Anlage“. Was dabei zu tun ist, steht in § 17 Abs. 4 AwSV: Der Betreiber hat bei der Stilllegung alle enthaltenen wassergefährdenden Stoffe, „soweit technisch möglich, zu entfernen. Er hat die Anlage gegen missbräuchliche Nutzung zu sichern.“ Wer das ausführen darf und ob danach geprüft wird, hängt von Tankart, Größe und Lage ab.

Vorschriften: Wann Fachbetrieb, wann Sachverständigenprüfung?

Zwei Fragen bestimmen den Aufwand: Darf nur ein zertifizierter Fachbetrieb stilllegen (§ 45 Abs. 1 AwSV)? Und muss ein Sachverständiger die Stilllegung prüfen (§ 46 AwSV mit Anlage 5 und 6)? Die Antwort hängt von der Gefährdungsstufe nach § 39 AwSV ab, davon, ob der Tank unter- oder oberirdisch liegt, und davon, ob er in einem Schutz- oder Überschwemmungsgebiet steht.

Tank Heizöl-Volumen der Anlage Fachbetrieb Pflicht (§ 45) Prüfung bei Stilllegung, außerhalb (Anlage 5) Prüfung bei Stilllegung, in Schutz-/Überschwemmungsgebiet (Anlage 6)
unterirdisch: Erdtank, oder ein Anlagenteil wie eine Leitung liegt im Erdreich jede Größe (Stufe A bis D) ja ja ja
oberirdisch, Stufe A bis 1.000 l nein nein nein
oberirdisch, Stufe B über 1.000 bis 10.000 l ja nein ja
oberirdisch, Stufe C über 10.000 bis 100.000 l ja ja ja
oberirdisch, Stufe D über 100.000 l ja ja ja

Gefährdungsstufen für Heizöl (WGK 2 — deutlich wassergefährdend) nach der Tabelle in § 39 Abs. 1 AwSV: bis 1 m³ Stufe A, über 1 bis 10 m³ Stufe B, über 10 bis 100 m³ Stufe C, darüber Stufe D. Bei Lageranlagen zählt der Rauminhalt aller zur Anlage gehörenden Behälter (§ 39 Abs. 3 AwSV), bei Batterietanks also die Summe. Schutzgebiete sind vor allem Wasserschutzgebiete (§ 2 Abs. 32 AwSV); Anlage 6 gilt außerdem in festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten (§ 46 Abs. 3 AwSV). Unterirdisch ist eine Anlage schon dann, wenn „zumindest ein Anlagenteil unterirdisch ist“, etwa eine im Erdreich eingebettete Leitung (§ 2 Abs. 15 AwSV). Unterirdisch sind nach dieser Vorschrift Anlagenteile, die ganz oder teilweise im Erdreich eingebettet sind, und solche, die „nicht vollständig einsehbar in Bauteilen, die unmittelbar mit dem Erdreich in Berührung stehen, eingebettet sind“, etwa eine Leitung im Kellerboden. Dann gilt die Fachbetriebspflicht für die ganze Anlage, auch wenn der Tank selbst im Keller steht.

Die Prüfung macht ein Sachverständiger im Sinne von § 2 Abs. 33 AwSV, also eine von einer anerkannten Sachverständigenorganisation bestellte Person. Prüfungen nach § 46 Abs. 2 bis 5 dürfen nur Sachverständige durchführen (§ 47 Abs. 1 AwSV). Fachbetriebe brauchen eine Zertifizierung nach § 62 AwSV: Fachbetriebe werden durch eine Sachverständigenorganisation oder Güte- und Überwachungsgemeinschaft zertifiziert. Die Zertifizierung ist gesetzlich auf zwei Jahre befristet (§ 62 Abs. 1 Satz 3 AwSV).

Bußgeld: Wer eine fachbetriebspflichtige Anlage ohne zertifizierten Fachbetrieb errichtet, reinigt, instand setzt oder stilllegt, handelt ordnungswidrig (§ 65 Nr. 25 AwSV in Verbindung mit § 103 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a WHG). Dasselbe gilt, wenn eine prüfpflichtige Anlage nicht oder nicht rechtzeitig geprüft wird (§ 65 Nr. 26 AwSV). Der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 € (§ 103 Abs. 2 WHG).

Heizöltank außer Betrieb nehmen: Ablauf in 5 Schritten

  1. Anlage einordnen. Erdtank oder oberirdischer Tank? Liegt auch nur ein Anlagenteil im Erdreich, etwa eine eingebettete Leitung, gilt die ganze Anlage als unterirdisch (§ 2 Abs. 15 AwSV). Welches Gesamtvolumen? Liegt das Grundstück im Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet? Aus den Antworten ergibt sich nach der Tabelle oben, ob Sie einen Fachbetrieb und einen Sachverständigen brauchen. Ob das Grundstück in einem solchen Gebiet liegt, sagt Ihnen die Untere Wasserbehörde.
  2. Fachbetrieb beauftragen. Bei Erdtanks und oberirdischen Tanks über 1.000 Liter darf das nur ein nach § 62 AwSV zertifizierter Betrieb sein. Lassen Sie sich ein AKTUELLES Zertifikat zeigen — nicht irgendein altes. Die Befristung auf zwei Jahre bedeutet: Ein Zertifikat von 2022 ist heute wertlos. Ist die Anlage prüfpflichtig, planen Sie den Sachverständigen gleich mit ein. Das Merkblatt der Stadt Regensburg rät: „Denken Sie daran, dass Sie die Prüfung rechtzeitig in Auftrag geben.“
  3. Entleeren, reinigen, sichern. Das Heizöl wird abgepumpt, der Tank innen gereinigt und die Anlage gegen weitere Benutzung gesichert (§ 17 Abs. 4 AwSV). Die Stadt Regensburg schreibt dazu: „Tanks und Rohrleitungen müssen fachgerecht entleert und gereinigt werden.“ Ein Branchen-Faltblatt für Betreiber von Ölheizungen, das der Kreis Mettmann bereitstellt, nennt außerdem: „Füll-, Lüftungs- und Entnahmeleitung sind zu entfernen.“ Der Ölschlamm aus der Reinigung ist gefährlicher Abfall (AVV 16 07 08*) und geht an einen zugelassenen Entsorger.
  4. Sachverständigenprüfung, wo vorgeschrieben. Ist der Fachbetrieb fertig, prüft der Sachverständige die Stilllegung; das Landratsamt Landshut schreibt die Stilllegungsprüfung „nach Abschluss der Fachbetriebsarbeiten“ vor. Den Prüfbericht legt der Sachverständige innerhalb von vier Wochen der zuständigen Behörde vor (§ 47 Abs. 3 AwSV). Die Prüfung bezahlen Sie als Betreiber; so sagt es z. B. das Landratsamt Regensburg.
  5. Behörde und Unterlagen. Erwartet Ihre Behörde eine Mitteilung oder bietet sie ein Formular mit dem Grund „Stilllegung der Anlage“ an, nutzen Sie es (siehe Abmelden). Bewahren Sie die Bescheinigung des Fachbetriebs auf. Danach kann der Tank stehen bleiben oder ausgebaut werden; laut Landratsamt Landshut können die Tanks „erst nach erfolgter Reinigung und Sachverständigenprüfung“ zerlegt bzw. ausgebaut und entsorgt werden. Was beim Erdtank gilt, steht unten.

Stilllegungsbescheinigung: Was steckt dahinter?

Im Gesetz kommt das Wort „Stilllegungsbescheinigung“ nicht vor; die AwSV kennt es nicht. Gemeint sind in der Praxis zwei verschiedene Unterlagen:

  • Die Bescheinigung des Fachbetriebs über die ausgeführten Arbeiten (Entleeren, Reinigen, Sichern). Sie bekommen Sie als Betreiber. Das Landratsamt München schreibt: „Die Bescheinigung des Fachbetriebs über die Durchführung der genannten Arbeiten ist aufzubewahren und muss dem Sachverständigen oder dem Landratsamt München […] auf Verlangen vorgelegt werden können.“ Beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald vereinbaren Sie den Prüftermin „unter Vorlage der Fachfirmenbescheinigung“ mit dem Sachverständigen.
  • Der Prüfbericht des Sachverständigen, wenn die Anlage bei der Stilllegung prüfpflichtig ist (Tabelle oben). Ihn bekommt die Behörde: Der Sachverständige legt ihn innerhalb von vier Wochen vor (§ 47 Abs. 3 AwSV). Das Landratsamt München formuliert: „Der Prüfbericht ist dem Landratsamt München […] durch den Sachverständigen zum Nachweis unaufgefordert vorzulegen.“ Bitten Sie den Sachverständigen um eine Kopie für Ihre Unterlagen.

Beide Papiere sollten Sie aufbewahren, auch für einen späteren Hausverkauf: Ohne sie lässt sich nicht belegen, dass der Tank ordnungsgemäß stillgelegt wurde. Ein oberirdischer Tank bis 10.000 Liter außerhalb von Schutz- und Überschwemmungsgebieten braucht keine Stilllegungsprüfung; dann ist die Bescheinigung des Fachbetriebs Ihr Nachweis. Für oberirdische Tanks bis 1.000 Liter (Stufe A) ist kein Fachbetrieb vorgeschrieben; wer dort selbst stilllegt, bewahrt am besten die Belege über die Entsorgung von Restöl und Ölschlamm auf.

Muss die Stilllegung gemeldet werden?

Nach Bundesrecht nicht. Die Anzeigepflicht in § 40 Abs. 1 AwSV gilt nur für Errichtung, wesentliche Änderung und Maßnahmen, die die Gefährdungsstufe ändern. Wie die Behörden mit der Stilllegung umgehen, ist je Land und Kreis verschieden. Bei prüfpflichtigen Anlagen erfährt die Behörde davon über den Prüfbericht des Sachverständigen (§ 47 Abs. 3 AwSV).

Öltank abmelden: alle Fälle und Schritte →

Was die zuständige Behörde in Ihrer Region sagt, mit Formular und Kontakt, steht auf den Kreisseiten:

Sonderfall Erdtank

Erdtank verfüllen oder ausgraben: alles dazu auf einer Seite →

Ein Erdtank ist eine unterirdische Anlage. Für ihn gilt deshalb immer beides: Stilllegen darf nur ein Fachbetrieb (§ 45 Abs. 1 Nr. 1 AwSV), und ein Sachverständiger muss die Stilllegung prüfen, in jeder Gefährdungsstufe von A bis D (Anlage 5 und 6, Zeile „unterirdische Anlagen“).

Illustration: Schnitt durch einen Garten mit Erdtank, links wird der Tank im Boden über den Domschacht verfüllt, rechts hebt ein Bagger ihn aus der Grube
Beim Erdtank: im Boden lassen (je nach Behörde verfüllt oder gegen Benutzung gesichert) oder ausgraben.

Ob der gereinigte Tank danach im Boden bleiben darf, verfüllt oder ausgegraben werden muss, beantworten die Behörden unterschiedlich. Eine allgemeine Ausbaupflicht nennt keine der ausgewerteten Quellen:

  • Das Landratsamt München: „Aus Gewässerschutzgründen ist es in der Regel nicht erforderlich, die Lagerbehälter und sonstigen Anlagenteile auszubauen oder auf andere Weise unbrauchbar zu machen (z. B. Verfüllung mit Sand oder Fließbeton); dies kann jedoch z. B. aus Gründen der Standsicherheit geboten sein.“
  • Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verlangt für Tanks, die im Erdreich bleiben, die Verfüllung „mit einem festen Füllstoff, z. B. Sand, Schaumbeton“, damit der hohle, korrodierte Behälter später nicht samt Erdreich einbricht: „Die Verfüllung wird demzufolge bei Erdtanks gefordert, bei welchen die Standsicherheit des Behälters auf Dauer nicht gewährleistet wird.“ Vor der Verfüllung oder dem Ausbau ist die Anlage von einem Sachverständigen prüfen zu lassen.
  • Die Stadt Regensburg: „Tanks müssen komplett ausgebaut oder gegen weitere Benutzung gesichert werden.“

Welche Lösung bei Ihrem Erdtank passt, hängt also vor allem an der Standsicherheit und an Ihrer Behörde. Mehr zum Erdtank: Öltank stilllegen oder entsorgen? und Erdtank: verfüllen oder ausgraben.

Häufige Fragen zum Öltank stilllegen

Was ist eine Stilllegungsbescheinigung für den Öltank?
Den Begriff gibt es in der AwSV nicht. Gemeint sind meist zwei Unterlagen: die Bescheinigung des Fachbetriebs über Entleerung, Reinigung und Sicherung des Tanks und, bei prüfpflichtigen Anlagen, der Prüfbericht des Sachverständigen über die Stilllegungsprüfung. Die Fachbetriebs-Bescheinigung bewahren Sie auf; den Prüfbericht legt der Sachverständige innerhalb von vier Wochen der Behörde vor (§ 47 Abs. 3 AwSV).
Muss die Stilllegung bei der Behörde gemeldet werden?
Nach Bundesrecht nicht: § 40 AwSV verlangt eine Anzeige nur für Errichtung, wesentliche Änderung und Änderungen der Gefährdungsstufe. Manche Länder und Kreise erwarten die Anzeige trotzdem. Bei prüfpflichtigen Tanks erhält die Behörde den Prüfbericht des Sachverständigen ohnehin. Alle Fälle und Schritte stehen im Ratgeber „Öltank abmelden“.
Darf ich einen kleinen Kellertank selbst stilllegen?
Nur wenn die ganze Anlage oberirdisch ist: Liegt auch nur ein Anlagenteil im Erdreich, etwa eine eingebettete Leitung, ist die Anlage unterirdisch (§ 2 Abs. 15 AwSV) und damit immer fachbetriebspflichtig. Oberirdische Heizöltanks bis 1.000 Liter (Gefährdungsstufe A) sind nach § 45 Abs. 1 AwSV nicht fachbetriebspflichtig, und eine Sachverständigenprüfung bei Stilllegung sehen Anlage 5 und 6 für sie nicht vor. Die Pflichten aus § 17 Abs. 4 AwSV gelten trotzdem: Heizöl soweit technisch möglich entfernen und die Anlage gegen missbräuchliche Nutzung sichern. Ölreste und Reinigungsrückstände sind gefährlicher Abfall und gehören zu einem zugelassenen Entsorger.
Kann ein stillgelegter Tank wieder in Betrieb gehen?
Stilllegen heißt nach § 2 Abs. 30 AwSV „dauerhafte Außerbetriebnahme“. Soll ein stillgelegter Tank doch wieder genutzt werden, verlangt z. B. das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald vorher eine erneute Prüfung durch einen Sachverständigen und eine schriftliche Anzeige mindestens sechs Wochen im Voraus.
Was kostet die Stilllegung eines Öltanks?
Eine unabhängige Preisstatistik gibt es nicht, und der Aufwand hängt vom Einzelfall ab: Tankart und Größe, Restölmenge, Zugang, bei prüfpflichtigen Anlagen die Sachverständigenprüfung, beim Erdtank eine mögliche Verfüllung. Die Kosten der Sachverständigenprüfung trägt der Betreiber, so z. B. das Landratsamt Regensburg. Eine verbindliche Gebührenordnung für Sachverständige gibt es nicht; das Bayerische Landesamt für Umwelt rät deshalb, mehrere Angebote einzuholen. Ein Fachbetrieb vom Niederrhein nennt für die Prüfung 200 bis 500 €, separat berechnet (IS-Tankschutz, Stand Juli 2026). Für die Stilllegung eines Kellertanks haben wir keine belastbare Preisangabe gefunden. Einen verbindlichen Preis nennt erst das Angebot eines Fachbetriebs.

Quellen zu dieser Seite (abgerufen am 16.10.2026)

Unverbindliche Anfrage — Fachbetrieb für Ihren Tank

Schildern Sie kurz Ihr Anliegen (Öltank stilllegen oder entsorgen). Wir suchen für Ihre Anfrage einen passenden, nach § 62 AwSV zertifizierten Fachbetrieb in Ihrer Region und melden uns, sobald wir einen gefunden haben — kostenlos und unverbindlich. Eine Vermittlung können wir nicht garantieren; Sie entscheiden anschließend frei über jedes Angebot.

Für schnelle und reibungslose Vermittlung bitten unsere Partnerbetriebe um beides.

Weitere Angaben, falls schon bekanntStandort, Material, Volumen, Restöl, Heizung · alles freiwillig

„Weiß nicht“ ist eine gute Antwort. Bitte öffnen Sie den Tank dafür nicht: Was Sie aus Unterlagen, vom Typenschild oder aus der letzten Heizöl-Rechnung wissen, reicht.

Ist in Ihrer Region ein passender Betrieb verfügbar, geht Ihre Anfrage an genau diesen einen Betrieb. Ist keiner verfügbar, sagen wir es Ihnen gleich auf der nächsten Seite, speichern Ihre Anfrage und löschen Ihre Kontaktdaten nach 14 Tagen, wenn sich bis dahin kein Betrieb findet. Per E-Mail bekommen Sie eine Bestätigung mit Ihrer Anfragenummer.